Wer ständig stark sein muss, darf irgendwann nicht mehr schwach sein.

Resilienz ist keine Aufforderung zum Durchhalten

Teaser_Neurologische-Entwicklung_Das-abschließende-Manifest_900x600px

Widerstandskraft wird manchmal missverstanden

„Da muss er durch, das stärkt ihn.“ Dieser Satz klingt nach Vorbereitung aufs Leben. Doch ein Kind wird nicht automatisch widerstandsfähiger, weil es möglichst früh möglichst viel aushalten muss. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit beziehungsweise den Entwicklungsprozess, trotz bedeutsamer Belastungen angemessene Entwicklung zu ermöglichen. Sie ist keine angeborene Schutzrüstung und keine Forderung an ein Kind, Gefühle zu unterdrücken. Sie entsteht im Zusammenspiel persönlicher und sozialer Ressourcen.

Schutz entsteht in Beziehungen und Erfahrungen

Zu den bedeutsamen Schutzfaktoren zählen verlässliche Bezugspersonen, soziale Unterstützung, Möglichkeiten zur Mitbestimmung, Zutrauen in die eigene Handlungsfähigkeit und altersangemessene Gelegenheiten, Probleme zu lösen. Diese Faktoren wirken nicht wie ein Rezept. Welche Unterstützung ein Kind benötigt, hängt von seiner Situation ab. Ein Kind, das bei einer Aufgabe scheitert, kann mit einer ermutigenden Begleitung lernen, einen neuen Versuch zu wagen. Ein Kind, das wiederholt allein gelassen wird und verzweifelt, erlebt nicht automatisch dieselbe Lernerfahrung.

Stärken Sie Ihr Team, denn psychische Gesundheit beginnt dort, wo Kinder sich sicher, verstanden und angenommen fühlen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin.

  • Z
    Erhalten Sie praxisnahe Impulse für eine gelingenden Kita-Alltag
  • Z
    Gewinnen Sie mehr Sicherheit bei der richtigen Förderung
  • Z
    Klären Sie offene Fragen direkt mit unseren Expert:innen
  • Z
    Profitieren Sie von individuellen Empfehlungen für Ihr Team

Ein missglückter Turm und zwei pädagogische Antworten

Im Bauraum stürzt ein hoher Turm ein. Ein Fünfjähriger wirft die Bausteine weg und beginnt zu weinen. „Du musst lernen, mit Frust umzugehen“, sagt die eine Fachkraft. Die andere setzt sich dazu: „Du hast lange gebaut, und jetzt ist alles umgefallen. Das ärgert dich. Wenn du möchtest, schauen wir später zusammen, wie der Boden stabiler wird.“ Sie löst nicht sofort alles für ihn. Aber sie hilft, den Frust auszuhalten und anschließend wieder handlungsfähig zu werden. Genau solche Erfahrungen können Selbstwirksamkeit unterstützen.

Resilienz braucht keine Härte

Kinder benötigen Herausforderungen, die ihrem Entwicklungsstand entsprechen, und Erwachsene, die erreichbar bleiben. Sie dürfen scheitern, traurig sein, eine Pause brauchen und Hilfe annehmen. Auch die Kita muss Schutzfaktoren bereitstellen: überschaubare Regeln, sichere Beziehungen, Beteiligung und Räume, in denen Kinder ohne Beschämung experimentieren können. Wer Resilienz fördern möchte, sollte deshalb nicht zuerst fragen, was Kinder noch alles aushalten müssen. Die produktivere Frage lautet: Welche Ressourcen helfen ihnen, mit unvermeidbaren Schwierigkeiten umzugehen?

Die Grenze zwischen Zutrauen und Überforderung

Ein Kind allein einen Konflikt lösen zu lassen, kann Selbstständigkeit fördern. Es kann aber auch zu viel verlangen, etwa wenn mehrere ältere Kinder beteiligt sind oder das Kind bereits weint. Fachkräfte müssen daher laufend abwägen, wann Begleitung und wann Zurückhaltung angebracht sind. Resilienzförderung ist keine Technik, die für alle Kinder dieselbe Schwierigkeit vorsieht. Sie braucht Aufmerksamkeit für den jeweiligen Entwicklungsstand und für die verfügbaren Hilfen. Das gilt auch für soziale Erwartungen: Wer erst lernen muss, um Unterstützung zu bitten, profitiert nicht davon, wenn Hilferufe als Schwäche ausgelegt werden.

Stärken Sie Ihr Team, denn psychische Gesundheit beginnt dort, wo Kinder sich sicher, verstanden und angenommen fühlen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin.

  • Z
    Erhalten Sie praxisnahe Impulse für eine gelingenden Kita-Alltag
  • Z
    Gewinnen Sie mehr Sicherheit bei der richtigen Förderung
  • Z
    Klären Sie offene Fragen direkt mit unseren Expert:innen
  • Z
    Profitieren Sie von individuellen Empfehlungen für Ihr Team

Diese Beiträge könnten Ihnen auch gefallen

Kinder funktionieren nicht. Sie entwickeln sich.

Kinder funktionieren nicht. Sie entwickeln sich.

Kinder funktionieren nicht. Sie entwickeln sich. Warum psychische Gesundheit bereits in der frühen Kindheit beginnt. Wenn Anpassung mit Wohlbefinden verwechselt wird Ein Kind sitzt still im Morgenkreis, stört niemanden und erledigt alles, was Erwachsene von...

mehr lesen...
Nicht jedes Kind entwickelt sich im gleichen Takt.

Nicht jedes Kind entwickelt sich im gleichen Takt.

Nicht jedes Kind entwickelt sich im gleichen Takt. Neurodivergenz, sensible Kinder und psychische Gesundheit Die Norm passt nicht jedem Kind Ein Kind hält sich bei Musikangeboten die Ohren zu. Ein anderes bewegt sich im Morgenkreis ständig, obwohl es...

mehr lesen...

Förderung in der Kita sicher und bindungsorientiert anwenden

Sie möchten Kinder in der Förderung feinfühlig begleiten und gleichzeitig mehr Sicherheit, Klarheit und Verlässlichkeit im pädagogischen Alltag gewinnen?

Unsere Fortbildungen und Coachings unterstützen Sie dabei, Eingewöhnungen bindungsorientiert zu gestalten, Trennungssituationen professionell zu begleiten und eine tragfähige Eingewöhnungspraxis im Team zu entwickeln.